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Andreas Geschichte oder "Wie verrückt muss man eigentlich sein?"

Von Andrea Dandanelle:
"Im Sommer 1995 entstand innerhalb der Familie die Idee, Kindern auf Ponys Reitunterricht zu erteilen. Ich dachte eigentlich nicht, dass ich das auch in die Tat umsetzen würde. Aber trotzdem ging ich schon mal auf den Weg, um mir geeignete Ponys anzusehen. Dieses gestaltete sich jedoch etwas schwieriger als gedacht, denn wirklich kinderliebe und gut ausgebildete Ponys zu finden, war nicht so einfach. Nachdem ich mehrere Händler besucht und eigentlich kein einziges geeignetes Pony gefunden hatte, lernte ich Inge Grawert, genannt Pony-Inge, aus Garstedt kennen. Inge machte mir den Vorschlag, ich könnte ja einige Ponys aus ihrem Stall mitnehmen um sie dann in Ruhe auszuprobieren. Dieses war eine Riesenhilfe für mich, da ich die Pferde sozusagen in Kommission nahm und sie erst käuflich erwerben musste, wenn sie geeignet waren. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an Dich liebe Inge, denn ohne Dein großzügiges Angebot hätte ich den Start sicherlich nicht geschafft.
Nun kam der große Tag, an dem Sarah und ich die ersten Ponys zu Fuß durch Garstedt von Inge in unseren Stall brachten. Darunter war auch die Norweger-Stute LisaLisaBald darauf folgte, wenn auch noch Fohlen, Nikita. Auch Bardy-Boy war unter den allerersten Ponys. Jedoch kam dieser nicht von Inge sondern direkt aus Holland. Ich muss gestehen, Sarah und ich sind noch viele viele Male zu Inge gelaufen, um Ponys in unseren Stall zu bringen. Es würde jedoch den Rahmen sprengen, hier alle unsere Fußmärsche zu dokumentieren.
Nun hatten wir endlich einige Ponys im Stall und konnten mit den Kindern (wo diese damals herkamen, weiß ich bis heute nicht), die schon sehnsüchtig warteten, endlich anfangen, zu reiten. Mit jeder Woche füllten sich die Reitstunden mehr und mehr, so dass GabiGabi Timm und ich alle Hände voll zu tun hatten, die Kinder und die Ponys zu betreuen. Es brachte uns von Anfang an einen Riesen-Spaß mit den kleinen Pferden und den kleinen und großen Kindern zu arbeiten. Das war das Jahr 1995.
Die eigentliche Eröffnung des Scheckpony-Teams war der 01.01.1996. Bis September 1999 waren unsere Ponys, die Kinder und ich in einem Reitstall in Garstedt und dem damaligen Garstedt-Ochsenzoller Reit- und Fahrverein e. V.  zu Hause. Wir haben dort, wenn auch nicht sehr komfortabel, aber doch sehr schöne Jahre verlebt. Da der Garstedt-Ochsenzoller Reit- und Fahrverein seine Räumlichkeiten im Jahr 1999 verkaufen wollte, wurde das Scheckpony-Team heimatlos. Wieder einmal standen mir gute Freunde zur Seite und halfen mir, über eine schwere Zeit hinweg. Als erstes sei wieder benannt Pony-Inge, die sofort eine Weide zur Verfügung stellte, wo die Pferde gut untergebracht und versorgt waren. Sie stellte nicht nur die Weide zur Verfügung, sondern versorgte die Pferde auch mit Silage, Wasser und einem Platz, wo die Kinder putzen und reiten konnten. Räumlichkeiten standen uns leider nicht zur Verfügung. Wir hatten aber eine "mobile Sattelkammer", nämlich meinen Pferdehänger, den Inge dann abends auf ihrem Hof sicher unter Verschluß nahm. So fuhr ich also jeden Mittag mit unserer mobilen Sattelkammer zur Weide. Dort traf ich mich mit einigen größeren Kindern, die mir täglich beim Pflegen der Ponys halfen. Wir gingen bei Wind und Wetter mit Ponys und Kindern  entweder in den Wald oder auf  Inges Reitplatz. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei all denen Müttern, Vätern und Kindern bedanken, die bei jedem Wetter mir treu zur Seite standen und am Reitunterricht teilgenommen haben. Ohne diesen, ich nenne ihn mal "harten Kern", wäre es nicht möglich gewesen, meinen damals noch so jungen und kleinen Reitbetrieb aufrecht zur erhalten. Wenn ich mich heute in der Halle stehend bei schlechtem Wetter zurück erinnere, kann ich mir gar nicht vorstellen, dass wir wirklich einen ganzen Winter ohne Reithalle bei unserem doch so unbeständigen Wetter durchstehen konnten.
Der Winter 1999 schonte uns wirklich keinesfalls. Im Dezember wurde es so nass, so dass einige Pferde dann doch aufgestallt werden mussten. Jedoch wohin, wenn man keinen Stall hat? Und da sind wir wieder bei den guten Freunden. Ich rief meinen Freund Wiland JaacksWiland Jaaks vom Gut Elsensee in Quickborn an, schilderte ihm meine Situation und fragte ihn um Rat, denn eigentlich wollte ich schon aufgeben. Mir taten meine Pferde so leid, ich hatte Angst, dass meine Kunden weg blieben und irgendwie machte es für mich keinen Sinn mehr, weiter zu machen. Mein Freund Wiland jedoch dachte gar nicht lange nach und sagte zu mir: "Wie viele Boxen brauchst Du und wann möchtest Du mit Deinen Pferden zu mir kommen?" Im ersten Moment war ich doch etwas überrascht und dachte, ich hätte mich verhört. Aber er meinte es ernst. Ich durfte mir auf dem Gut Elsensee einen Stalltrakt einrichten, den er bis dahin nur für Maschinen genutzt hatte. Es waren große geräumige Boxen und ich hatte sogar einen Auslauf für meine Pferde. Aber es stand nur eine Halle zur Verfügung, die in erster Linie von Einstellern des Pferdehofs benutzt wurde. Dieses sollte für Wiland aber auch kein Problem sein. Er richtete den vorhandenen Außenreitplatz so her, dass man auch bei Frost und starken Regenfällen darauf reiten konnte. Nun hatten wir nur noch das Problem der Sattelkammer. Für Wiland aber wie immer auch kein Problem. In der vorhandenen Sattelkammer wurde alles etwas zusammen geschoben. Somit hatten auch die Ponysättel ihren Platz gefunden. Lieber Wiland: Ich habe damals wirklich gedacht, es geht nicht mehr weiter und möchte mich noch einmal bei Dir für Deine unendliche Hilfe bedanken. Du bist mir auch heute noch eine große Hilfe und stehst mir immer mit Rat und Tat zur Seite. Ob es nun die Frage nach dem abgelagerten Heu ist, Stroh abladen, Hallenboden planieren, Bahnplaner organisieren oder ganz einfach nur ein freundschaftliches Gespräch ist: Wenn ich Dich brauche, bist Du da. Ein großer Dank geht auch an Herrn Hans Thoben aus Berlin, dem diese herrliche Reitanlage in Quickborn gehört und der es möglich gemacht hat, dass wir dort eine Zwischenstation beziehen konnten.
Nun stand der Umzug der Ponys von der Weide in Garstedt bei Inge zum Gut Elsensee in Quickborn bevor. Als erstes, um den zweckentfremdeten Pferdehänger (mobile Sattelkammer) benutzen zu können, brachte ich das Sattelzeug nach Quickborn. Dann mit einigen Helfern ein Pferd nach dem anderen hinterher. Nach vier doch recht anstrengenden Stunden, die Ponys waren es ja nicht gewohnt, Auto zu fahren, hatten wir alle Pferde verladen. Es war ein schönes Gefühl für mich, zu wissen, dass egal was für Wetter war, sie einen warmen und gemütlichen Stall hatten.  Die Pferde dankten mir das mit unendlicher Ruhe und Geduld beim Reitunterricht, egal ob es stürmte oder schneite. Kein Pferd wurde schreckhaft oder warf seinen Reiter ab. Jeder der sich mit Pferden auskennt, weiß wie schwierig es ist, in den Wintermonaten mit Reitanfängern und Pferden, die es gewohnt sind, in der Halle zu gehen, auf einmal unter freiem Himmel zu arbeiten.  Spätestens seit dem achte ich meine Tiere sehr und bin ihnen jeden Tag wieder dankbar, dass sie treu und brav den Reitunterricht verrichten. Denn ohne sichere Pferde könnte kein Kind das Reiten erlernen.
So vergingen nun die Tage mehr oder weniger gut. Das Wetter spielte uns immer wieder mal einen Streich. Jedoch Reiter und auch Reitlehrerinnen trotzten der Situation. Liebe Gabi: Ich weiß es sehr zu schätzen, was Du für mich getan hast und immer noch tust. 11 Jahre sind es jetzt, die wir zusammen arbeiten. Nie hatten wir Streit, nie gab es Meinungsverschiedenheiten, stets kamst Du pünktlich zu Deinen Reitstunden, hast Deine Reitschüler nett und gut betreut, hattest immer ein gutes Verhältnis zu den Eltern der Kinder und zu meinen Pferden. Ich glaube, es ist nicht normal , dass man 11 Jahre so harmonisch wie wir es tun zusammen arbeitet. Ich hoffe, dass wir auch weiterhin ein so gutes Verhältnis haben werden. Danke nochmal an Dich, dass Du auch die harten Zeiten mit mir durchgestanden hast.Dagmar
An dieser Stelle auch lieben Dank an Dagmar, die mir beim Verladen und Pflegen der Pferde stets zur Seite stand und mir auch sonst eine gute Freundin ist.
Wir hatten eine vorüber gehende Lösung unseres Problems gefunden. Nämlich einen Stall für die Ponys und einen Reitplatz für unsere Reiterinnen und Reiter. Mich quälte jedoch immer wieder der Gedanke, wie soll es weitergehen.
Irgendwann im Januar 2000 hatte ich dann ein Gespräch mit Dietmar Dude. Wir unterhielten uns darüber, wo es wohl einen Ort geben würde, an dem ich mit meinen Ponys und den Kindern ein zu Hause haben könnte. Ideen hatten wir viele. Nur leider war keine zu realisieren. Somit fiel ich wieder in ein tiefes Loch. Was sollten wir bloß machen, wo konnten wir bloß hin??? Mir waren die Ideen ausgegangen. Eines Tages klingelte das Telefon und Dietmar rief mich an und bat zu einem neuen Gespräch. Ich weiß es noch wie heute. Ich saß bei Dir lieber Dietmar in der Bauernstube und es lag ein großer Briefumschlag auf dem Tisch. Adressiert an Herrn Dietmar Dude. Dietmar sagte zu mir: "Hier Andrea, mach mal auf!" Ich öffnete den Umschlag und fand dort eine große Bauzeichnung vor  und wusste ehrlich gesagt nicht so genau, was ich damit sollte. Er sagte: "Schlag´ es doch mal ganz auf!" Ich schlug es auf und der Tisch reichte nicht aus, um dieses Riesen-Papier auszubreiten. Ich versuchte dann, die Zeichnung zu lesen. Ich las: Reithalle, Boxengasse, Casino, WC, Longierhalle und wusste schon, was das für eine Zeichnung war. Habe aber nie daran gedacht, dass dieses Objekt für mich und meine Ponys gebaut werden sollte. Dietmar sagte dann: "Ist das alles so in Ordnung für Dich? Ich habe die Tränkebecken und Anbindehaken tiefer anbringen lassen, da Ponys ja eben kleiner sind als Reitpferde. Du musst nur noch mit der Baufirma besprechen, wie sie die Boxenzwischenwände gestalten sollen. Und wenn alles gut geht, kannst Du Pfingsten 2000 mit allen Pferden und Kindern in Norderstedt Syltkuhlen 254 auf meinem Hof einziehen. Lieber Dietmar: Du hast damals sicher gesehen, wie überrascht ich war. Ich habe mich wirklich sehr darüber gefreut, dass Du für mich und die Zukunft dieses Sports so viel getan hast. Ohne Dich würde ich diese Zeilen hier sicher nicht schreiben. Bis heute sind wir sehr gute Geschäftspartner und kommen gut miteinander aus. Ich danke Dir für Dein großzügiges Vertrauen, diese Reitanlage pachten zu dürfen.Reitanlage
Nun konnte ich Wiland mitteilen, dass er uns "unruhige Geister" nur noch bis Pfingsten 2000 ertragen müsse. Wiland freute sich anfangs genau wie ich, dass jetzt ein neues zu Hause für das Scheckpony-Team entstehen sollte. Der Tag des Umzuges zurück nach Norderstedt rückte immer näher und Wiland kam eines Tages zu mir und sagte: " Andrea, ich bin wirklich etwas traurig über Euren bevor stehenden Abschied Es war immer so fröhlich und lustig mit all den Kindern und Ponys. Ihr habt immer eine so gute Stimmung verbreitet. Ich glaube, es wird richtig leer bei mir hier sein, wenn Ihr nicht mehr da seid." Wiland: Ich war wirklich gerührt damals von Deinen Worten. Wir haben dann für Dich noch eine Abschiedsfeier organisiert, die uns allen sehr ans Herz ging. Ich glaube, diesen Tag werden wir alle nicht vergessen.
Pfingstsonntag 2000 waren dann mittags alle Pferde verladen und gut in Norderstedt angekommen. Die Pferde waren doch etwas irritiert. Es war der erste Umzug in einen Neubau. Und somit waren die Gerüche doch etwas befremdend. Dieses änderte sich schnell und Tag für Tag gingen sie, und das ist bis heute so geblieben, gerne in ihre frisch eingestreuten Boxen. Pfingstsonntag der Umzug, Pfingstmontag wurde sofort in unserer neuen, hellen und geräumigen Halle mit dem Reitunterricht begonnen. Alle Pferde waren glücklich, die Kinder überwältigt von unserem schönen Stall, der für sie auch ein Casino zur Verfügung stellte. Die Reitlehrerinnen  haben es genossen, nicht mehr der Witterung ausgesetzt zu sein. Und ich konnte endlich wieder ruhig schlafen, da ich wusste, mein Leben geht mit meinen besten FreundenOma Reini nämlich den Pferden weiter. Ich bekam dann von meiner Mutter ein Schild geschenkt. Dieses hängt über einem  meiner Arbeitsplätze vor der Sattelkammer. Darauf steht: "Wenn Du einen Job findest, den Du als Hobby betreibst, brauchst Du im Leben nicht 1 Stunde zu arbeiten." Ich habe bis heute nicht bereut, diesen harten Weg gegangen zu sein. Es hat sich in jedem Falle gelohnt, nicht aufzugeben, denn mit Tieren, in diesem Falle mit Pferden, und Kindern arbeiten zu dürfen, ist das Schönste, was ich mir vorstellen kann. 
Vielen Dank noch mal an alle, die hier nicht erwähnt worden sind. Es sind sicherlich noch einige mehr zu nennen, die dazu beigetragen haben, dass ich  letztendlich den Kopf nicht habe hängen lassen. Ich muss hier einen meiner Freunde noch erwähnen: Jens-Peter Timm aus Norderstedt. Timmi: Ohne Dich hätte ich meine Pferde gar nicht ernähren können. Vielen Dank für die Silage, die Du mir immer regelmäßig geliefert hast.
Und last but not least: Einen riesigen Dank an meine Mutter, die mich stets aufgebaut hat, wenn ich am Boden zerstört nicht mehr weiter wusste, die auf mein Kind aufgepasst hat, wenn ich nachts zu den Pferden gerufen wurde, weil irgendwas nicht in Ordnung war, die mich finanziell unterstützte und die mich aufbaute und ständig an mich glaubte. Liebe Reini: Ohne Dich hätte ich schon am Anfang aufgegeben. Und meine Tochter Sarah, die damals noch klein war und die  unter diesen schweren Zeiten leiden musste.
Auch wenn der Weg hart und steinig war: Jetzt geht bitte auf die Startseite und schaut Euch an, wie schön es heute aussieht."
18.08.2007
Eure Andrea Dandanellle



















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